Antequera

Antequera

Antequera liegt in Andalusien, in der Provinz Málaga in einer Höhe von 577 m über dem Meeresspiegel. Die Einwohnerzahl von Antequera beträgt circa 40 200 Menschen.

Antequera, der Hauptort der gleichnamigen Hochebene, in der der Río Guadalhorce entspringt, liegt zwischen der wild zerklüfteten Sierra del Torcal und einem landwirtschaftlich geprägten Gebiet. 

Allgemeine Informationen

Zwar präsentiert sich Antequera nicht mit einem übermäßig geschlossenen Stadtbild, doch überrascht die Vielzahl der oft mit mudejaren Elementen versetzten Kirchen aus Renaissance und Barock in der Altstadt. Diese und die Zeugnisse frühzeitlicher Besiedlung machen Antequera zu einem lohnenden Reiseziel, in dem man dennoch kaum Touristen trifft. Wichtigste Feste sind die Semana Santa (Karwoche) und die Feria de Agosto (Mitte August). Die Grabkammern in unmittelbarer Nachbarschaft belegen Siedlungen in der Megalithkultur. Unter den Römern als Anticaria von einiger Bedeutung, bauten die Mauren den Ort zu einer großen Festung aus, die 1410 von Aragón erobert wurde.

Sehenswürdigkeiten in Antequera

Auf einer Höhe über dem östlichen Stadtteil von Antequera thront die Alcazaba, im 14. Jahrhundert wahrscheinlich am Ort eines römischen Kastells erbaut. Man betritt sie durch den Arco de los Gigantes, 1585 zu Ehren Philipps II. errichtet und mit dem Stadtwappen geschmückt. Von der Burg in Antequera erhalten geblieben sind zwei Mauerabschnitte und die große Torre de Papabellotas, die einen barocken Aufsatz trägt.

Innerhalb der Festung von Antequera wurde im 16. Jh. die Kirche Santa Maria la Mayor erbaut, ein platereskes Gotteshaus, dessen Renaissancefassade römische Triumphbogen nachahmt, während das dreischiffige Innere von einer mudejaren Artesonadodecke geschlossen wird. Daneben wurden Reste einer römischen Thermenanlage in Antequera ausgegraben. Vom Burggarten bietet sich ein schöner Blick auf den Pena de los Enamorados, den "Felsen der Verliebten" in Antequera, dessen markantes Profil an einen Indianer erinnert. Sein Name rührt von einer Legende her, derzufolge die Tochter eines muslimischen Statthalters und ihr christlicher Geliebter sich dort in den Tod stürzten, als die Eltern des Mädchens einer Liebesheirat nicht zustimmen wollten.

Nach Verlassen der Festung von Antequera rechts, anschließend links und wieder rechts kommt man zur zwischen 1583 und 1633 erbauten Kirche El Carmen (17. Jh.) in Antequera, die einst Teil eines Karmeliterklosters war. Die schlichte Fassade steht im Kontrast zum barocken Innenraum und dem churrigueresken Holzretabel aus rötlichem Pinienholz, dessen Szenen von Antonio Primo geschnitzt wurden.

Vom Arco de los Gigantes geht man links bergab durch die Cuesta de Judas zur brunnengeschmückten Plaza San Sebastian in Antequera. An ihr erhebt sich der im 18. Jh. erbaute Backsteinturm der Kirchen gleichen Namens. Das Kirchenschiff stammt aus dem 16. Jahrhundert; die Hauptfassade ist in reichem plateresken Stil verziert. An San Sebastian lehnt sich die weiß getünchte, einschiffige Iglesia de la Encarnacion aus dem 16. Jh. an, die eine schöne Artesonadodecke besitzt.

Von San Sebastian führt die C/Encarnación leicht bergab. Hier öffnet sich rechts ein Platz mit dem barocken Palacio Nájera, der das Museo Municipal beherbergt. Unter den Ausstellungsstücken ragen der Marmorkopf der "Venus von Antequera" und ein bronzener Ephebe heraus, römische Kopie eines griechischen Originals aus dem 1. Jh. n. Chr. Ein Museum widmet sich der Sakralkunst.