Wein in Malaga

Der Malaga Wein

Der Malaga, der weltbekannte und meist süße Dessertwein aus der gleichnamigen südspanischen Provinz, kann auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Qualitätssicherung des Weins

Die ersten historischen Funde, die vom Weinanbau in Malaga zeugen, stammen aus der Zeit des byzantinischen Reiches. Im Mittelalter gründete sich die Bruderschaft der Weinbauern, zu deren Aufgaben die Überwachung der Weinverarbeitung zählte.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden auf eine königliche Verfügung hin schwer fälschbare Herkunftszeichen eingeführt, die die Qualität der Malaga Weine sichern und das Panschen der Trauben verhindern sollten. Man war also schon früh um eine Qualitätssicherung bemüht, die im Laufe der Jahrhunderte stetig verbessert wurde.

Seit dem Jahr 2001 ist die nunmehr vierte Verordnung zur Herkunftsbezeichnung für Malaga Weine in Kraft.

Herkunftsbezeichnungen

Heute werden zwei Herkunftsbezeichnungen verwendet. Die Bezeichnung ‚Sierras de Malaga’ steht für Weißweine, Rotweine und Rosé-Weine mit einem Alkoholgehalt von weniger als 15% vol, während die Bezeichnung ‚Malaga’ die „klassischen“ und weithin bekannten süßen Weine bezeichnet und in zwei Gruppen untergliedert sind:

Die Likörweine mit einem Alkoholgehalt von 15% bis 22% vol und die natürlich süßen Weine mit mindestens 13% vol, deren Alkoholgehalt rein durch die Gärung und ohne Zusetzen von Weingeist entstanden ist. Am bekanntesten sind sicherlich die Malaga Likörweine. Sie werden fast ausschließlich aus den weißen Trauben der Rebsorten Pedro Ximénez und Muskateller hergestellt. Geringe Mengen Mostkonzentrat (‚arrope’) oder trockener Wein der Weinorten Romé, Doradilla und Lairen dürfen zugesetzt werden, ihr Anteil am fertigen Malaga-Wein muss jedoch unter 30 Prozent liegen.

Dem Malaga Likörwein wird im Laufe des Herstellungsprozesses Weingeist zugesetzt, der die alkoholische Gärung unterbricht und so für einen höheren Restzuckergehalt sorgt und auch den vergleichsweise hohen Alkoholgehalt ermöglicht, der nur mit natürlicher Gärung nicht zu erreichen wäre. Malaga Weine werden fast ausnahmslos einem Alterungsprozess unterworfen und nach ihrem mittleren Alter mit vier verschiedenen Bezeichnungen versehen. Weine mit einem Alter von sechs Monaten bis zu zwei Jahren tragen einfach die Bezeichnung Malaga. Malaga Noble steht für zwei bis drei Jahre alte Weine, während drei bis fünf Jahre alte Weine als Malaga Añejo bezeichnet werden. Weine, die älter als fünf Jahre sind, heißen Malaga Trasañejo. Einen Sonderstatus nimmt der Malaga Pálido ein, der ohne Zusatz von Mostkonzentrat hergestellt und ohne vorherigen Alterungsprozess vertrieben wird.

Beim Malaga Likörwein werden im Verlauf des Reifeprozesses Weine aus unterschiedlichen Jahrgängen miteinander verschnitten, um einen besonders abgerundeten Geschmack zu erzielen.


Varianten des Malaga Weins

Es gibt verschiedenste Varianten von Malaga Weinen, deren Bezeichnungen sich auf kennzeichnende Eigenschaften wie Geschmack, Traubensorte oder Farbe beziehen. So werden bei den Sorten Moscatel und Pedro Ximénez nur Trauben der jeweiligen Sorte verwendet.

Bei der Sorte Lágrima kommt ausschließlich der Most zur Verwendung, der direkt nach dem Keltern der Trauben und ohne Ausübung mechanischen Drucks entsteht.

Der goldfarbene Dorado wird ohne Zusatz von Mostkonzentrat hergestellt, während beim rotgoldenen Rojo Dorado bis zu fünf Prozent konzentrierter Most zugesetzt werden.

Die Mostkonzentration steigt bei den Sorten Oscuro (fünf bis zehn Prozent), Color (zehn bis fünfzehn Prozent) und Negro (über 15 Prozent) kontinuierlich an und hat deutlichen Einfluss auf Farbe und Geschmack des Weines.

Bezeichnungen wie Dulce Crema, Dry Pale, Pale Cream oder Sweet beziehen sich auf die unterschiedlich starke Süße und den Zuckergehalt der Malaga Weine. So enthält beispielsweise der ohne zugesetztes Mostkonzentrat hergestellte Pale Cream mindestens 45 Gramm Zucker pro Liter Wein, während Wein mit der Bezeichnung Sweet einen Zuckergehalt von über 140 Gramm pro Liter aufweist und damit besonders süß und schwer und von recht dunkler Farbe ist.

Bei der Verkostung bieten Malaga Weine große Bandbreite von Sinneseindrücken. Die Farbvielfalt reicht von blassgelb über Gold- und Mahagonitöne bis hin zu dunklem Braun und Schwarz. Typisch für Malaga Wein ist ein leichtes Schillern, das vom Gelblichen bis ins Grünliche reicht. Auch geschmacklich ist Malaga Wein sehr vielfältig und bietet von trocken bis süß alle Varianten an, wobei die lieblichen und süßen Weine hierzulande den größten Bekanntheitsgrad aufweisen.

Eine Vielzahl von möglichen Aromen unterstreicht die Komplexität des Weines. Dazu gehören beispielsweise das Aroma kandierter Früchte oder Obstkompott, aber auch Kaffee- und Lakritzaromen. Auch holzige Töne, Zitrusaromen, nussige und Karamellaromen sind kennzeichnend für Malaga Weine. Beeinflusst werden die Komplexität und Intensität der Eigenschaften vor allem vom Crianza-Gehalt des jeweiligen Weines. Die Bezeichnung Crianza steht für Weine mit einer Lagerzeit von mindestens zwei Jahren, an die sich ein Ausbau im Barrique-Fass anschließt. Je mehr Crianza der Verschnitt enthält, desto komplexer sind die Eindrücke, die der Wein hinterlässt.

 

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