Ronda

Ronda

Ronda, die einst uneinehmbare Stadt, fasziniert den Besucher bereits aus der Ferne. Schon Rainer Maria Rilke beschrieb den Anblick bei seinem Besuch im Winter 1913 sehr treffend.

Wie „auf zwei Felsen hinaufgehäufelt“ liegt das 30000 Einwohner zählende weiße Städtchen hoch über der Schlucht des Rio Guadalevín. Drei Brücken führen über den gähnenden, mehr als 100 Meter tiefen Abgrund und verbinden die Alt- und Neustadt.

Ronda

Während das malerische Städtchen im bergigen Hinterland Andalusiens früher vor allem bei Schmugglern und Bandidos wegen des unwegsamen Geländes als Unterschlupf beliebt war, zieht es heute tausende von Tagestouristen von den sonnenverwöhnten Küsten rund um Málaga an. Über 700 Meter hoch in den Gebirgszügen der Sierra las Nieves gelegen, bietet sich von den Aussichtspunkten der Altstadt ein majestätisches Panorama.

Ronda Altstadt

Die Altstadt, auch La Ciudad genannt, lädt mit ihren engen Gassen zum Bummeln ein. Die mehrbogige Puente Nuevo ist die beeindruckenste der drei Brücken über die man nach La Ciudad gelangt. Zwischen den alten Mauern der Adelshäuser fühlt man sich gleich ein paar Jahrhunderte zurückversetzt. Vorbei am Casa del Rey Moro und Casa de Don Bosco schlendert man direkt auf den Palacio de Mondragón, die Kirche Santa María la Mayor und das Rathaus zu. Die Mischung der Baustile ist faszinierend. Einst von den Mauren nach arabischen Strukturen angelegt, wurde das alte Ronda nach der Reconquista von den katholischen Herrschern umgebaut. An der Kirche der Santa María la Mayor wird das besonders deutlich. Der früheren Moschee wurde einfach ein Glockenstuhl auf das Minarett gesetzt. Über die Puente Viejo gelangt man nach seinem Rundgang wieder in die Neustadt und hat von den Aussichtsterrassen La Mina nochmal einen schönen Blick auf die Schlucht und gegenüberliegende Altstadt.

Ronda Neustadt

Die Neustadt, von den Einheimischen El Mercadillo genannt, entstand einst aus den Launen der königlichen Gesetzgebung heraus. Handels- und Kaufleute mussten auf der Altstadtseite so hohe Steuern zahlen, dass sie Ihre Märkte lieber außerhalb der Stadtmauern abhielten. Das modernere und eher funktionale Viertel hat dennoch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Die bekannteste ist die Stierkampfarena von Ronda, eine der ältesten und größten des Landes. Während Touristen vor allem wegen der malerischen Altstadt kommen, denken die Spanier bei dem Namen Ronda zunächst an ihren heiß geliebten Stierkampf. Über mehrere Generationen formten sich in der Arena von Ronda die Regeln heraus, die auch heute bei den Kämpfen noch Anwendung finden: der Gebrauch eines roten Tuches um den Stier zu reizen und der Kampf zu Fuß anstatt zu Pferd. Die prachtvolle, von doppelstöckigen toskanischen Säulen gesäumte Arena diente übrigens auch schon häufig als Filmkulisse und ist unter anderem in einem Musikvideo von Madonna und bei einer Verfilmung der Oper Carmen mit Placido Domingo zu sehen.